scriptum


»scriptum« ist eine mobile Schreibwerkstatt zum Erlernen von westlicher Kalligrafie und Handschrift, die im Januar 2019 in Kiel gegründet wurde. Das scriptum öffnet für Kalligrafie-Interessierte unregelmäßig an verschiedenen Orten Tages- oder Abendwerkstätten. Dazu werden wenn möglich ein*e regionale*r Kalligraf*in oder Schriftkünstler*in als Gastdozent*in eingeladen.

Die scriptum-Schreibwerkstätten bekommen bald Zuwachs von »scriptum-scribimus — wir schreiben« (kurz: scribimus), der Schreibwerkstatt für Kinder! Weitere Infos folgen auf dieser Website.
Das lateinische Wort »scriptum« bedeutet unter anderem: Etwas Geschriebenes, Schrift, Brief, Entwurf, Konzept, buchstäblicher Ausdruck oder Linie auf einem Spielbrett
Kurs oder Workshop heißt im scriptum Werkstatt. Die scriptum-Schreibwerkstätten sind eine Kursreihe in traditioneller und experimenteller Kalligrafie.
Das lateinische Wort »scribimus« bedeutet übersetzt wir schreiben.








Kalligrafie und Handschrift

Der Begriff Kalligrafie stammt aus dem Griechischen: »kalós« bedeutet schön und »graphía« bedeutet Schrift schreiben, ritzen oder zeichnen.
Kalligrafie, Schönschrift, Schreibschrift oder Handschrift sind verschiedene Ausdrücke für geschriebene Schrift. In allen Techniken tun wir Dasselbe: Wir schreiben.
Kalligrafie – ein Behelfsbegriff
Kalligrafie steht meist für viele, häufig historische Varianten vom Schreiben mit der Feder. Darunter fallen insbesondere mit meditativen und ornamentalen Praktiken die asiatische und die arabische Kalligrafie. Die westliche Kalligrafie bezeichnet das Schreiben im europäischen, latein-schriftlichen Raum seit der römischem Antike.

Die heutigen Schreiber und Schreiberinnen von historischen Breitfeder- und Spitzfederschriften sowie eigenen Varianten kultivieren das handschriftliche Schreiben auf beeindruckende Weise neu. Einige von ihnen spielen ausdrucksstark und charaktervoll mit den Möglichkeiten unserer Zeichenvielfalt und nennen sich Schrift- oder Calligraffiti-Künstler und Künstlerinnen.

Der Ausdruck Kalligrafie wirkt da wie ein missverständliches Relikt und spiegelt besonders mit der zusätzlichen Bedeutung »schön« die intensive, ernsthafte Arbeit an der Schreibkultur damals und heute nicht umfassend wieder. Stattdessen den Begriff Schreiben zu nutzen kann offensichtlich zu Missverständnissen führen, da hier meistens das inhaltliche Schreiben assoziiert wird. Wir Schreiber*innen befinden uns also in einem ausdrücklichen Dilemma!
Grundsätzlich lässt sich sagen: Kalligrafie, Schönschrift, Schreibschrift oder Handschrift sind verschiedene Ausdrücke für geschriebene Schrift. In allen Techniken tun wir Dasselbe: Wir schreiben.

Hier tut sich ein weiterer Diskurs auf: Schreiben ist etwas anderes als Zeichnen oder Malen. Unsere heutigen Schulschriften sind aus Schreiber*sicht eher gezeichnet als geschrieben, was einen Hinweis auf die Unzufriedenheiten rund um das Thema Schul- und Handschriften gibt.


Handschrift
Unsere heutigen Handschriften beruhen auf unserer Schriftgeschichte. Deshalb ist das Erlernen und Verstehen vergangener Schriften die beste Übung für eine schöne Handschrift.

Unsere heutigen Handschriften beruhen auf unserer Schriftgeschichte. Deshalb ist das Erlernen und Verstehen vergangener Schriften die beste Übung für eine schöne Handschrift.
Die eigene Handschrift entwickelt jedes Kind in Deutschland in der Grundschule. Dabei dienen uns Schriften wie die Vereinfachte Ausgangsschrift oder die Grundschrift als Vorlagen. Für die Entwicklung einer individuellen Handschrift kann u.a. von Körperhaltung bis menschliche Charakteristika alles ausschlaggebend sein. Sie kann deshalb als genauso individuell beschrieben werden wie die eigene DNA. Dies zeigt sich z.B. darin, dass die handschriftliche Unterschrift seit Jahrhunderten gesetzlich bindend ist.
Ich biete scriptum-Einzelstunden für Kinder und Erwachsene an, in denen die Handschrift für Links- und Rechtshänder*innen verbessert werden kann. Rückschulungen für fälschlich rechtsgeschulte Linkshänder*innen sind selbstverständlich ebenfalls möglich.








Marleen Krallmann


»Woher kommt unsere Handschrift?« fragte ich im Winter 2011 Albert-Jan Pool (mein Dozent für ›Schriftgestaltung‹ an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel). Er empfahl mir mehrere Autoren und ich begann – ohne es zu wissen – mit dem Studieren des ersten von dutzenden Büchern. Die ersten Jahre beschäftigte ich mich hauptsächlich mit der Theorie und hatte Schwierigkeiten selbst kalligrafisch zu arbeiten, da ich Linkshänderin bin.

Aus meinen Recherchen entstand 2012/2013 ein Buch-Skript. Darauf folgten Präsentationen des Skripts und Vorträge zum Thema ›Geschichte lateinischer, geschriebener Schriften‹ und ich lernte andere Kalligrafie-Begeisterte verschiedenster Szenen kennen. Vor allem der Schriftkünstler Drury Brennan (Berlin) machte mir Mut, doch selbst zu schreiben und es funktionierte!

Seitdem unterrichtete ich also zur Schriftgeschichte und zur Praxis der Kalligrafie. Und es intensivierten sich Themen wie ›Calligraffiti‹ und ›Handschrift‹. Einer meiner schönsten Workshops war »Breaking Good« im Sommer 2016 in Hamburg mit Albert-Jan Pool, Drury Brennan und Petra Rüth zum Thema ›gebrochene Schriften‹.

Für mich ist Kalligrafie das schöne Experiment, aus einem Strich eine Bedeutung zu schreiben — jedes Schriftzeichen kann eine Explosion sein. 



mk. — Kalligrafie, Konzept, Beratung

Marleen Krallmann M.A.+49 163 7744224
scriptum[at]marleenkrallmann.com
www.marleenkrallmann.com
Foto: Nora Grunwald





Friends and partners


Vielen Dank an die vielen Unterstützer*innen der letzten Jahre, die das scriptum direkt oder indirekt möglich gemacht und in jedem Fall positiv beeinflusst haben!

Felix, Frank und Gesine Appel, Marta Abadi, Viktor Baumann, Michael Berning, Kati Baake, Judith Bremer, Drury Brennan, Chris Campe, Ying-Chih Chen & Shi Shi (cube+), Lena Elolf, Max Griesche, Jan Grollmuß, Nora Grunwald, Aileen Hagen, Jochen Hartz, Gregor Hinz, Anke und Charlotte Illiger, Berni Jaspers, Kjell Kantak, Lisa Karnauke, Jonas KrallmannMarilu Krallmann, Merle Michaelis, Sophie Mirpourian, Susanne Nothdurft, Albert-Jan Pool, Franziska Rast, Tine Pape, Petra Rüth, Annett Schmidt-Bleyl, Dörte Schönian, Martin Schröer, Sominka Ultras, Erik Timme, Manfred Wiemann-Stahl (Atelier Sägemühle) … bitte verzeiht, wenn ich jemanden vergessen habe …




























Mark
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